Zum Hauptinhalt springen

Moderne Immuntherapie und anschließende Lungenoperation bei lokal fortgeschrittenem Lungenkrebs

April 2026

Lungenkrebs gehört weiterhin zu den schwerwiegendsten Krebserkrankungen weltweit. Besonders bei lokal fortgeschrittenen, aber noch operablen Lungentumoren bzw. Lungenkarzinomen stellt sich oft die Frage, wie die Heilungschancen vor einer Operation bestmöglich verbessert werden können. Moderne Therapiekonzepte setzen hier zunehmend auf eine sogenannte neoadjuvante Immunchemotherapie – also die Kombination aus Chemotherapie und Immuntherapie vor dem chirurgischen Eingriff.

Unsere aktuelle wissenschaftliche Untersuchung, vorgestellt auf dem Deutschen Chirurgenkongress 2026, zeigt vielversprechende Ergebnisse für Patientinnen und Patienten mit resektablem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC). In unserer Real-World-Analyse erreichten 60 % der behandelten Patientinnen und Patienten ein sogenanntes major pathologic response (MPR), also ein deutliches Ansprechen der Therapie mit weniger als 10 % verbliebenen vitalen Tumorzellen im entfernten Tumorgewebe. Bei 40 % war sogar kein vitaler Tumor mehr im Operationspräparat nachweisbar (pathologische Komplettremission, pCR).



Diese Ergebnisse liegen teilweise über den bekannten internationalen Zulassungsstudien und unterstreichen das Potenzial moderner multimodaler Therapiekonzepte im klinischen Alltag. Besonders interessant: Der Zeitraum zwischen Abschluss der Vorbehandlung (neoadjuvante Therapie) und Operation hatte keinen entscheidenden Einfluss auf die vollständige Tumorregression, was zusätzliche Flexibilität bei der individuellen Therapieplanung ermöglichen könnte.

Für Betroffene bedeutet dies: Durch die Kombination innovativer Immuntherapien mit etablierten Chemotherapien können Tumoren vor der Operation deutlich besser kontrolliert werden, wodurch sich langfristig Überlebenschancen verbessern könnten. Gleichzeitig bestätigt unsere Studie, dass die Operation trotz guter Vorbehandlung, also neoadjuvanter Immunchemotherapie, weiterhin ein unverzichtbarer Bestandteil der kurativen Behandlung bleibt.



Die Forschung konzentriert sich nun darauf, noch präzisere Biomarker – etwa zirkulierende Tumor-DNA (ctDNA) oder moderne PET/CT-Auswertungen – zu entwickeln, um Therapieerfolge künftig noch besser vorhersagen zu können.

Für Patientinnen, Patienten und Zuweiser zeigt sich damit ein klarer Trend: Die neoadjuvante Immunchemotherapie eröffnet neue Perspektiven in der Behandlung des lokal fortgeschrittenen Lungenkarzinoms und stärkt die Rolle spezialisierter Lungenkrebszentren bei der Umsetzung moderner, individualisierter Therapiestrategien.



Braunschweig, Celle, Wolfsburg, Wolfenbüttel, Salzgitter, Peine, Hannover, Hildesheim, Hameln, Goslar, Gifhorn, Magdeburg, Halle, Halberstadt