Austausch mit der Myasthenie-Selbsthilfegruppe: Wann kann eine Operation helfen?
März 2026
Kürzlich hatte ich zum zweiten Mal die Gelegenheit, an einer Versammlung der regionalen Selbsthilfegruppe für Patientinnen und Patienten mit Myasthenia gravis teilzunehmen. Dabei durfte ich erneut einen Vortrag über die chirurgische Behandlung dieser Erkrankung halten und anschließend viele Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer beantworten. Der direkte Austausch mit Betroffenen ist für mich als Chirurg besonders wertvoll, denn er zeigt, welche Sorgen und Informationsbedürfnisse im Alltag wirklich bestehen.
Myasthenia gravis ist eine seltene neurologische Erkrankung. Sie führt dazu, dass die Signalübertragung zwischen Nerven und Muskeln gestört ist. Dadurch kommt es zu Muskelschwäche, die im Tagesverlauf oft zunimmt. Viele Betroffene bemerken beispielsweise hängende Augenlider, Schwierigkeiten beim Sprechen oder eine rasche Ermüdung der Muskulatur.

Gemeinsames Foto mit Frau I. Kohlstruck, Regionalgruppenreferentin, Deutsche Myasthenie Gesellschaft e.V. Nord www.dmg.online
Eine wichtige Rolle spielt dabei ein kleines Organ im Brustkorb: der Thymus. Dieses Organ liegt hinter dem Brustbein und ist Teil des Immunsystems. Bei vielen Patientinnen und Patienten mit Myasthenia gravis zeigt der Thymus Veränderungen. Häufig ist er vergrößert, manchmal kann sich auch ein Tumor (ein sogenanntes Thymom) entwickeln. In solchen Fällen kann eine operative Entfernung des Thymus, die sogenannte Thymektomie, sinnvoll sein.
In meinem Vortrag habe ich erklärt, dass die Entscheidung für eine Operation immer gemeinsam von Neurologen und Thoraxchirurgen getroffen wird. Sie hängt von mehreren Faktoren ab, zum Beispiel vom Alter, von der Form der Erkrankung und von möglichen Veränderungen des Thymus. Wenn ein Thymom vorliegt, wird eine Operation grundsätzlich empfohlen. Bei bestimmten Formen der Myasthenie kann die Entfernung des Thymus auch helfen, die Krankheitsaktivität zu verringern und den Bedarf an Medikamenten zu reduzieren.
Ein weiterer Schwerpunkt meines Vortrags war die moderne Operationstechnik. Heute können viele dieser Eingriffe minimal-invasiv durchgeführt werden, also über kleine Schnitte mit einer Kamera. Dadurch erholen sich Patientinnen und Patienten in der Regel schneller als nach einer großen Operation.
Besonders gefreut hat mich die lebhafte Diskussion nach dem Vortrag. Viele Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, persönliche Fragen zu stellen und ihre Erfahrungen zu teilen. Solche Gespräche zeigen, wie wichtig verständliche medizinische Informationen und ein enger Austausch zwischen Ärzten und Patienten sind.
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