Neue Hoffnung für Lungenkrebspatienten – moderne Immunchemotherapie zeigt starke Ergebnisse
2025-05-28
Bei der diesjährigen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie habe ich unsere aktuellen Forschungsergebnisse zur sogenannten neoadjuvanten Immunchemotherapie vorgestellt. Diese moderne Kombinationstherapie wird eingesetzt, um fortgeschrittene, aber noch operable Lungentumore zu behandeln.
Was bedeutet „neoadjuvant“?
Neoadjuvant bedeutet, dass die Behandlung **vor einer Operation** erfolgt. Patientinnen und Patienten erhalten eine Kombination aus **Immuntherapie und Chemotherapie**, um den Tumor zu verkleinern und das körpereigene Immunsystem gegen die Krebszellen zu aktivieren. Ziel ist, die Heilungschancen nach der Operation zu verbessern und das Rückfallrisiko zu senken.

Wie verlief unsere Untersuchung?In unserer Studie wurden über ein Jahr lang Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittenem, aber noch operablem Lungenkrebs nach den aktuellen internationalen Behandlungsstandards behandelt. Die meisten erhielten ein Schema mit dem Wirkstoff Nivolumab (bekannt aus der CheckMate-816-Studie), einige mit Pembrolizumab (nach dem KEYNOTE-671-Protokoll).Nach der kombinierten Therapie konnten nahezu alle Betroffenen operiert werden. Die Operationen verliefen sicher, ohne Todesfälle, und alle Tumoren konnten vollständig entfernt werden. Schwere Komplikationen traten nur vereinzelt auf – ein Zeichen dafür, dass sich diese intensive Therapie auch im klinischen Alltag sicher durchführen lässt.Beeindruckende ErgebnisseBesonders erfreulich war die sogenannte pathologische Komplettremission (pCR) – das bedeutet, dass sich im operativ entfernten Gewebe keine lebenden Krebszellen mehr nachweisen ließen. In unserer Untersuchung erreichten rund 41 % der Patientinnen und Patienten dieses Ziel. Zum Vergleich: In den großen internationalen Studien lag dieser Anteil bei 18–24 %. Auch eine große Remission (MPR), also eine fast vollständige Tumorrückbildung, wurde bei mehr als der Hälfte festgestellt.Diese Ergebnisse zeigen, dass sich die neoadjuvante Immunchemotherapie in der täglichen Praxis als wirksam und sicher erweist – und dass Patientinnen und Patienten außerhalb klinischer Studien möglicherweise sogar stärker profitieren können.
Was beeinflusst das Ansprechen auf die Therapie?Ein Schwerpunkt unserer Untersuchung war die Frage, ob sich bestimmte biologische Merkmale des Tumors – insbesondere die PD-L1-Expression – als Vorhersagefaktor eignen. Hier zeigte sich, dass ein höherer PD-L1-Wert tendenziell mit einem besseren Ansprechen verbunden war. Dennoch blieb das Ergebnis uneinheitlich, was zeigt, dass noch weitere Faktoren eine Rolle spielen. Zukünftige Studien könnten hier zum Beispiel Tumor-DNA im Blut (zirkulierende Tumor-DNA) nutzen, um die Wirksamkeit besser vorhersagen zu können.Die Kombination aus Immun- und Chemotherapie vor der Operation hat sich in den letzten Jahren zu einem wichtigen Bestandteil der modernen Lungenkrebstherapie entwickelt. Unsere Ergebnisse aus Braunschweig tragen dazu bei, diese Behandlungsstrategie weiter zu verfeinern – mit dem Ziel, jedem Patienten eine individuell bestmögliche Therapie zu ermöglichen.Für viele Betroffene bedeutet das: mehr Hoffnung, bessere Heilungschancen und ein sichererer Weg zur Operation.

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