Komplexe Atemwegs- und Gefäßrekonstruktion rettet Lungenflügel bei einem ausgedehnten, zentralen Lungenkrebs
06.11.2026
In der modernen Thoraxchirurgie stehen wir bei ausgedehnten Lungentumoren oft vor einer folgenschweren Entscheidung: Wenn ein Tumor weit fortgeschritten ist und sowohl zentrale Atemwege als auch Blutgefäße betrifft, galt lange Zeit die vollständige Entfernung des gesamten Lungenflügels als Standardlösung. Für Patienten mit einer relevanten Herzerkrankung bedeutet dies jedoch ein massives gesundheitliches Risiko.
Kürzlich durfte ich eine Patientin behandeln, bei der genau diese komplexe Ausgangslage vorlag: Ein zentrales, ausgedehntes Karzinom erforderte eine erweiterte Bi-Lobektomie des Mittel- und Unterlappens inklusive der Teilentfernung der Hauptbronchien. Um der herzkranken Patientin den lebensgefährlichen Verlust des gesamten Lungenflügels (Pneumonektomie) zu ersparen, führte ich in einer technisch äußerst anspruchsvollen Operation eine präzise broncho- und angioplastische Rekonstruktion durch. Durch die feine Wiederherstellung und Neuanastomosierung der Atemwege trotz des großen Lumenunterschieds und der Blutgefäße gelang es, den verbleibenden gesunden Lungenanteil vollständig zu erhalten.



Der komplikationslose postoperative Verlauf und die rasche Erholung der Patientin bestätigen diesen maximalen chirurgischen Einsatz. Dieser Fall demonstriert eindrucksvoll, dass durch spezialisierte rekonstruktive Fachexpertise selbst bei fortgeschrittenen Tumoren und kardialen Risiken eine radikale Tumorfreiheit bei gleichzeitiger Bewahrung der Lebensqualität erreicht werden kann.
Alle in diesem Beitrag präsentierten klinischen Aufnahmen und intraoperativen Fotografien wurden selbstverständlich nach vorheriger, ausdrücklicher Zustimmung der Patientin veröffentlicht.
