Krebschirurgie trifft Gewebeschonung: Präzise Segmentresektion bei tief liegendem Rundherd

05.11.2026

In meiner thoraxchirurgischen Praxis behandele ich oft Patientinnen und Patienten mit sehr kleinen, unklaren Rundherden in der Lunge. Solche Fälle fordern die höchste  Präzision. Kürzlich stellte sich eine Patientin vor, bei der im Zuge von Untersuchungen wegen einer früheren Brustkrebserkrankung (Mammakarzinom) ein sehr kleiner, aber tief im rechten Oberlappen liegender Lungenrundherd entdeckt wurde. Da eine Untersuchung der Luftwege (Bronchoskopie) zuvor keinen Aufschluss brachte und eine einfache Gewebeentfernung wegen der tiefen Lage zu unsicher war, musste eine maßgeschneiderte Lösung her. 

Um höchste Effizienz bei der Tumorchirurgie mit maximaler Gewebeschonung zu verbinden, führte ich eine erfolgreiche Segmentresektion von Segment 3 rechts durch. Dieser anspruchsvolle Eingriff zeigt die Stärke moderner Präzisionschirurgie: Einerseits wurde durch das gezielte Herausschneiden nur des betroffenen Lungenabschnitts der Verlust an gesundem Gewebe auf ein absolutes Minimum reduziert. Andererseits gewährleistete die Operation eine radikale Gewebeentfernung im gesunden Bereich mit mehr als ausreichendem Sicherheitsabstand.

Die pathologische Aufarbeitung brachte die wichtige Gewissheit: Es handelte sich um eine Metastase des früheren Brustkrebses. Diese exakte Diagnose ist entscheidend, da sie die nachfolgende, zielgerichtete Weiterbehandlung maßgeblich steuert. Dieser Fall beweist, dass selbst kleinste, tief liegende Herde durch spezialisierte chirurgische Fachexpertise sicher geklärt und maximal gewebeschonend therapiert werden können.

 

Alle in diesem Beitrag präsentierten klinischen Aufnahmen und intraoperativen Fotografien wurden selbstverständlich nach vorheriger, ausdrücklicher Zustimmung der Patientin veröffentlicht.